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Aktuell  27.12.2016 (Archiv)

Spenden 2017 unerwünscht

Der Staat versucht weiter, Spenden steuerlich einzuschränken. War die steuerliche Absetzbarkeit schon zuletzt beschnitten worden, kommt nun noch eine Datensammlung dazu.

Spenden helfen gemeinnützigen Aktivitäten zu Möglichkeiten, die ohne freiwillige Zahler nicht möglich wären. Gleichzeitig brauchen Selbstständige nicht nur entsprechende Belege für die Buchhaltung, ansonsten gibt es noch die Möglichkeit der Absetzung in der Veranlagung, der Nutzung als Ausgabe gegenüber der Steuer.

Letzteres wurde schon zuletzt stark eingeschränkt, nicht nur durch die gesetzliche Vorgabe der erlaubten Bereiche, in die Spenden gehen dürfen. Auch die praktische Verwendung sogenannter Spendengütesiegel (eigentlich nur eine bürokratisch umfangreiche und damit sinnlos teure Formalität) machte es bei kleineren sozialen Aktionen praktisch unmöglich, diese gegenüber der Finanz geltend zu machen.



Nun geht der Wahnsinn weiter, mit dem die freiwillige Arbeit und Finanzierung sozialer Leistungen zurückgedrängt werden. Ab 2017 soll die Arbeitnehmerveranlagung automatisiert werden. Eine an sich gute Sache, die hinsichtlich der Spenden aber für einen neuerlichen Schlag genutzt wird: Nur noch jene Spenden werden akzeptiert, die von der Spendenorganisation (!) gemeldet werden. Hierzu brauchen diese persönliche Daten (!) von den Spendern, statt anonyme Spenden zu erlauben, werden jetzt auch noch Vornamen, Familiennamen und Geburtsdatum (Geburtsurkunde) sowie Meldeadresse angefordert.

Diese Daten kann die Organisation dann bei FinanzOnline einliefern (der Spender ist ausgeliefert, er selbst kann es nicht tun). Und wohl auch gut selbst nutzen, die Daten sind wertvoll. Gleichzeitig aber sind sie ein neuer Brocken an Arbeit, der den Vereinen umgehängt wird. Nur die großen werden sich die Arbeit überhaupt antun können, die administrativen Kosten, die die Spenden wiederum abdecken müssen, werden größer. Im Endeffekt wird an allen Fronten nur eines erreicht: Weniger Spendengeld ist im Topf, mehr davon geht für die Verwaltung drauf und mehr landet beim Finanzminister.

Spendenabsetzbarkeit 2017

Will man Spenden absetzen können, wählt man also eine der größeren Organisationen, die vom Finanzminister bevorzugt wurden (Liste). Die bekommt dann neben dem Geld auch die Daten von der Geburtsurkunde (manche fordern zusätzlich die Meldeadresse und weitere Daten). Gespendet muss von einem Konto werden, das dem Spender zuordenbar ist (am Beleg braucht es eine eindeutige Zuordnung, also in der Regel den Namen des Spenders).

Finanzministerium zum Thema

Bis zu 10% von Gewinn (oder Einkünften) sind bei der Einkommenssteuer absetzbar. Auch die Vereine sind limitiert (500.000, 5 Jahre). Spendenbestätigungen sind nicht mehr gültig und nötig. Nur Belege von der Überweisung zählen.



Ab 2017 stellt sich für Spender also die Frage: Spende ich bei großen Organisationen und erhoffe ich mir eine Meldung beim Finanzamt oder soll das ganze gespendete Geld auch beim Ziel der Aktion ankommen, aber verzichte ich dabei auf den steuerlichen Nutzen? Erstere haben ja schon traditionell hohe Aufwände in der Verwaltung und bringen weniger Geld tatsächlich dorthin, wofür man spendet. Letztere werden sich den Verwaltungsaufwand aber nicht antun können. Und was immer mitschwingt, ist die Tatsache, dass Spenden nicht mehr privat sind. Sowohl Spendenorganisation als auch Finanzamt bekommen sensible Daten - gerade bei Spenden spielt ja oft politische oder religiöse Einstellung ein großes Thema. Ob sich so die Spender zu mehr sozialem Engagement motivieren lassen, kann man sich ausmalen.

Ihre Meinung dazu? Schreiben Sie hier!

#Spenden #2017 #Gesetz #Politik #Steuern



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